Gute Horrorfilme

Horrorfilme zeichnen sich dadurch aus, daß der Zuschauer ein Grauen oder Schrecken während des Films erlebt. Um diesen Schrecken zu erzeugen, sind Horrorfilme auf eine ganz bestimmte Art und Weise aufgebaut. Ein guter Horrorfilm zieht den Zuschauer in die fiktive Welt hinein. Diese künstlichen Szenarien können sich dabei deutlich voneinander unterscheiden. Wichtig ist, daß der Zuschauer so tief wie möglich in die Geschichte abtaucht.

Einleitung

Horrorfilme haben prinzipiell den gleichen inhaltlichen Aufbau. Als Einleitung wird der Zuschauer in eine heile Welt versetzt. Von dieser Welt weiß der Zuschauer zwar bereits, daß sie in Kürze auf irgendeine Art zerstört werden wird, dennoch wird der Zuschauer eines guten Horrorfilms zunächst einmal emotional mit dieser Welt verbunden. Ein weiteres charakteristisches Merkmal eines guten Horrorfilms ist die Tatsache, daß der oder die Protagonisten als sympathische Menschen vorgestellt werden, mit der oder denen der Zuschauer sich identifiziert. Je besser es im Film gelingt, dem Betrachter die heile Welt sowie die Charaktere der Protagonisten nahe zu bringen, desto mehr fühlt sich der Zuschauer selbst als Teil Geschehens. Er ist nicht mehr passive Beobachter, sondern Akteur.

Bedrohung

Nachdem der Zuschauer in der Situation angekommen ist, tritt die Bedrohung auf den Plan. Horrorfilme unterscheiden sich deutlich in der Art der Bedrohung. Während viele Filme real nicht existierende Elemente verwenden, wie Ausserirdische, Untote, Blutsauger oder eigenartige physikalische Phänomene, gibt es auch noch die subtile Bedrohung die durch psychische Qual hervorgerufen wird. Der oder die Hauptdarsteller und damit der Betrachter werden mit etwas Unheimlichen, Unbekannten und Übermächtigen konfrontiert. Die drohende Gefahr ist mitunter nicht ein einziges Mal im Film zu sehen, sondern schwebt unsichtbar und damit nicht greifbar über dem Geschehen. Bei der Bedrohung ist es von größter Bedeutung, daß diese, in welcher Form auch immer sie dargestellt wird, glaubhaft in die Handlung eingebaut wird. Nicht selten werden auch Orte verwendet, die an sich bereits mit Grusel verbunden werden. Beliebte Orte sind dunkle Wälder, unheimliche Kellergewölbe, alte Gebäude als Ganzes. Klassiker sind natürlich auch alte Friedhöfe.

Erzeugung von Angst und Schrecken

Menschen, die sich Horrorfilme ansehen, tun dies in den meisten Fällen bewusst. Das heißt, sie wissen, daß der Streifen Momente des Schocks enthalten. Ein guter Horrorfilm zeichnet sich daher dadurch aus, daß diese Schrecksekunden zu einem Zeitpunkt geschehen, wo der Zuschauer dies nicht vermutet. Daher muß die Handlung ganz gezielt in die Irre führen. Dem Betrachter wird teilweise sogar eine gewisse Vorhersehbarkeit vorgegaukelt. Er wird in eine ganz bestimmte Erwartungshaltung geführt, die dann so nicht eintritt. Es handelt sich hierbei um ein Spiel mit Ausnahme und Regel. Immer dann, wenn der Zuschauer glaubt, da nun folgende sei eine logische Konsequenz des vorangegangenen, tritt ein ganz anderes Ereignis ein. Umgekehrt wird der Zuschauer scheinbar darauf vorbereitet, daß jetzt das Unerwartete eintritt, um dann mit dem eigentlich naheliegenden geschockt zu werden. Gelingt es den Produzenten, durch diese Irritation eine gewisse Verunsicherung zu erzeugen, so steht der Zuschauer unter permanenter Anspannung während der Dauer des Films und ist dadurch noch empfänglicher für Schrecken durch plötzlich eintretende Wendungen im Geschehen.

Finale

Hinsichtlich des Ausgangs unterscheiden sich Horrorfilme ebenfalls deutlich. Viele Filme gipfeln in irgendeiner Form von Gemetzel. Diese Art des Abschlusses bringen dem Zuschauer, so paradox dies auch klingen mag, in gewisser Form eine Erlösung. Ebenso, wie wir im realen Leben beinahe das unvermeidliche herbeisehnen, um von der Angst davor befreit zu werden, sehnt sich auch der Zuschauer danach, daß nun endlich eintritt, was die ganze Zeit über als Bedrohung auf die Protagonisten und damit indirekt auf den Zuschauer selbst zu kam. Eine andere Form des Abschlusses ist das offene Ende. Nach einem Kampf, oder einer scheinbar erfolgreichen Flucht wird auf subtile Art und Weise angedeutet, daß die Gefahr längst nicht vorüber ist. Dieses Stilmittel wird oft auch als Vorbereitung für eine eventuell bereits in Planung oder gar schon in der Ausführung befindlichen Fortsetzung gewählt. Horrorfilme ab 18 Jahren sind übrigens die Häugigkeit.

Drei Beispiele eines gelungenen Horrorfilms

http://de.wikipedia.org/wiki/Horrorfilm

Das erste Beispiel ist die “Saw” Reihe. In diesen Filmen ist die Bedrohung die Erkenntnis. Die Protagonisten finden sich in prekären Lagen wieder, denen sie nur entrinnen können, indem sie sich und/oder anderen körperlichen Schaden bis hin zum Tod zufügen. Die “Saw” Filme erhalten ihren Schrecken durch die Brutalität einerseits, andererseits aber vor allem dadurch, daß die Ausweglosigkeit der Situation die Protagonisten zu fürchterlichen Entscheidungen zwingt. Das Stilmittel des unerwartet Eintretenden wird hier angewandt, indem die technischen Vorrichtungen, die der Bösewicht zur Qual der Protagonisten instaliert hat, mal das erwartete Ereignis, nämlich Verstümmelung und Tötung bewirken, mal jedoch nicht. Das zweite Beispiel eines gelungenen Horrorfilms ist die “Hostel”-Reihe. Hier bedienen sich die Macher neben dem Handlungsverlauf selbst des Ortes als Mittel, um das Grauen zu erzeugen. Der Folterkeller allein, in welchem die Opfer gequält und getötet werden, verursacht größtes Unbehagen. Hier ist durch das offene Ende jeweils auch der Raum geschaffen worden für die Fortsetzungen. Als Klassiker unter den Horrorfilmen ist “Der Exorzist” zu nennen. Er spielt mit der Bedrohung durch ein spirituelles Böses Wesen, daß die Menschen heimsuchen kann. Es wirkt umso bedrohlicher, als daß es sein schreckliches Wirken ausgerechnet mithilfe des Körpers eines kleinen Mädchens durchführt.

Gute Horrorfilme sind jedoch immer auch eine Frage der persönlichen Vorliebe. Wer zum Beispiel nicht mir Spuk, übernatürliche Wesen und dergleichen anfangen kann, dem wird es schwer fallen, sich in der Handlung wiederzufinden. Dadurch kann die Brücke vom unbeteiligten passiven Betrachter von aussen hinein in das Handlungsgeschehen nicht überschritten werden. Aber nur dann sind wir in der Lage, echten Schrecken zu empfinden.

http://www.chip.de/video/iPhone-4S-Der-Horrorfilm-Video_53473727.html

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